22 Hektar für neue Firmen

Verkehrsgutachten gibt Richtung für Gewerbegebiet Sandershäuser Berg vor

Marcel Brückmann BürgermeisterNiestetal - Mit Blick auf die geplante Erweiterung des Gewerbegebietes Sandershäuser Berg zeichnet sich nun die künftige Marschrichtung ab. So wird es zunächst nur um eine Erweiterung um 22 Hektar, vielleicht auch um einige Hektar mehr, gehen. Damit bewegen sich die Erweiterungspläne vorerst in einer Größenordnung, die Niestetals Bürgermeister Marcel Brückmann (SPD) bislang immer favorisiert hatte, um Verkehrsmehrbelastungen für Heiligenrode und Sanders-hausen im Rahmen zu halten. ​

Schlüssel für diese Entwicklung ist ein vom Zweckverband Raum Kassel (ZRK) in Auftrag gegebenes Verkehrsgutachten. „Im Ergebnis zeigt es, dass die vorhandenen Straßen eine Erweiterung um 22 Hektar ohne Probleme zulassen. Erst ab einer Größenordnung von etwa 50 Hektar ist sicher mit Überlastungen zu rechnen. Alles dazwischen ist Grauzone“, sagt Brück-mann. Allem voran ginge es dabei um die Hermann-Scheer-Straße als Hauptzufahrt für das Gewerbegebiet, die gleichzeitig auch Umleitungsstrecke für die A7 ist. Gesichert wäre mit einer 22-Hektar-Erweiterung in jedem Fall die Ansiedlung des Großhändlers für Nutzfahrzeuge, Winkler, der am Sandershäuser Berg ein neues Teile-Center mit Zentrallager und Logistikeinheit plant. In der kommenden Gemeindevertretersitzung in Niestetal am Donnerstag, 29. Oktober, wird entsprechend über die Aufstellung eines Bebauungsplans abgestimmt.  

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Marcel Brückmann
Bürgermeister Niestetal
Kai Georg Bachmann
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Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Das Gewerbegebiet Sandershäuser Berg im aktuellen Bestand: Gut zu erkennen ist das SMA-Servicecenter direkt an der A7 sowie die immer noch ungenutzte SMA-Fläche in der oberen Bildhälfte. Die geplante Erweiterung des Gewerbegebietes würde sich in Richtung des linken Bildrandes fortsetzen.

Archiv Foto: Ruth Brosche

Klar ist aber auch: Langfristig wird es bei dieser kleinen Erweiterung wohl nicht bleiben. So spricht ZRK-Direktor Kai Georg Bachmann lediglich von einem „ersten Schritt“ in der weiteren Entwicklung des Gewerbegebietes als interkommunales Projekt. Möglich sind laut Regionalplan bis zu 135 Hektar. Voraussetzung dafür wird eine deutlich bessere verkehrliche Anbindung sein. „Wird das Gewerbegebiet noch größer, wird zusätzlich ein Autobahnanschluss notwendig werden“, sagt Brückmann. Vonseiten des ehemaligen CDU-Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba, war dafür 2011 schon grünes Licht gegeben worden, allerdings ohne finanzielle Beteiligung des Bundes beim Bau. Mit anderen Worten: Ein Anschluss an die A 7 müsste tatsächlich von all jenen ZRK-Kommunen getragen werden, die sich an der weiteren Expansion des Gewerbegebiets Sandershäuser Berg beteiligen wollen (bisherige Kalkulation für den Autobahnanschluss: 15 Millionen Euro). 

Bis zu 135 Hektar sind möglich

Welche Kommunen das sein werden, wird aktuell noch verhandelt - ebenso, zu welchen Anteilen eine Beteiligung vereinbart wird. Einigkeit herrscht indessen darin, den Sandershäuser Berg mit höchsten ökologischen Standards weiterzuentwickeln, was auch im erklärten Interesse von ZRK-Direktor Kai Georg Bachmann ist. Brückmann sprach sogar schon von „Vorbildcharakter“ und „Leuchtturm-Projekt“. In jedem Fall dürfe es wie noch im Güterverkehrszentrum - und darin sind sich Bachmann und Brückmann einig - in Zukunft keine großen Dachflächen mehr geben, die weder zur Energienutzung verwendet noch begrünt werden. Ganz offensichtlich rennen Bachmann und Brückmann damit zumindest bei der Firma Winkler offene Türen ein. So ist die Nutzung der neu entstehenden Dachflächen für die Stromerzeugung via PV-Anlagen schon im Gespräch. „Wir leisten gerne unseren Beitrag zu mehr Umweltschutz in baulicher Art, sofern solche Schritte auch wirtschaftlich vertretbar sind“, sagt Winkler-Geschäftsführer Rüdiger Hahn. Um diese Wirtschaftlichkeit herzustellen, wurden in Sachen PV-Anlage schon Kontakte zur Niestetaler Energiegenossenschaft DEiN sowie zur Uni Kassel geknüpft. Nicht zuletzt verfolgt auch das Regierungspräsidium Kassel die aktuellen Entwicklungen am Sandershäuser Berg mit Interesse. „Wenn nicht hier, wo dann?“, sagt Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber - und meint damit die Ambitionen des ZRK, am Sandershäuser Berg möglichst ökologisch und nachhaltig entwickeln zu wollen.

ARCHIV: BORIS NAUMANN, MAX MUSELMANN