Hier gibt’s Erdgas für Brummis

Neue Tankstelle im GVZ wird von Speditionen gut genutzt

Tankt 400 Kilo Erdgas nach: Sven Winter von der thüringer Spedition Hövelmann. Foto: Sven Kühling
Tankt 400 Kilo Erdgas nach: Sven Winter von der thüringer Spedition Hövelmann.

Kassel/Lohfelden - Die neue Tankstelle für Erdgas im Güterverkehrszentrum (GVZ) Kassel/Lohfelden ist zwar erst einige Tage alt, wird aber schon gut besucht. Ein Lastwagenfahrer nach dem anderen steuert die Station an der Rudolf-Diesel-Straße an. Nach Angaben des Regierungspräsidiums handelt es sich um die einzige Lkw-Tankstelle dieser Art in der gesamten Region.

[In der Blog-Übersicht wird hier ein Weiterlesen-Link angezeigt]

Ist geöffnet: Projektleiter Mike Jakob von der Firma Liqvis (von links) sowie Kai-Georg Bachmann, Geschäftsführer des Zweckverbands Raum Kassel (ZRK), sowie GVZ-Urgestein Michael Hess machen den Weg frei zur Fahrt an die neue LNG-Tankstelle. Foto: Sven Kühling
Ist geöffnet: Projektleiter Mike Jakob von der Firma Liqvis (von links) sowie Kai-Georg Bachmann, Geschäftsführer des Zweckverbands Raum Kassel (ZRK), sowie GVZ-Urgestein Michael Hess machen den Weg frei zur Fahrt an die neue LNG-Tankstelle.

Fotos: Sven Kühling

„Ich bin selbst überrascht, was hier los ist“, sagt Kai-Georg Bachmann, Geschäftsführer des Zweckverbands Raum Kassel (ZRK), beim Ortstermin. Der Verband hat die Ansiedlung des Investors, der Firma Liqvis aus Essen, im GVZ vorbereitet. Rund 1,5 Millionen Euro habe Liqvis in die Anlage investiert, so Projektleiter Mike Jakob.

Auch Sven Winter, Fahrer der Thüringer Spedition Hövelmann tankt zu diesem Zeitpunkt an einer der beiden Zapfsäulen 400 Kilo Gas in seinen 460-PS-starken Iveco-Lastwagen nach. „Ich bin froh, dass es das hier jetzt gibt“, sagt Winter. „Und das sieht mein Chef genauso.“ Die Spedition habe nämlich schon einige erdgasbetriebene Lastwagen in ihren Reihen.

Die umweltfreundlichen Fahrzeuge seien beispielsweise mautbefreit, berichtet Michael Hess, einer der Gründungsväter des GVZ. Zudem gebe es Zuschüsse beim Kauf der Fahrzeuge. Der Preis für den Kraftstoff, so Bachmann und Hess, bewege sich unterhalb des Dieselpreises. Liqvis weist auf weitere Vorteile von LNG (Liquefied Natural Gas) hin, insbesondere die niedrigen Emissionen: Feinstaub, Stickoxide sowie CO2 und nicht zuletzt Lärm.

„Die Nachfrage ist groß“, sagt Mike Jakob. So groß, dass man jeden Tag den 18-Tonnen-Tank der Anlage wieder neu befüllen müsse. Schon jetzt plane man, die Station von zwei auf vier Zapfsäulen zu erweitern.

Das Netz von LNG-Tankstellen in Deutschland ist noch dünn. Laut Jakob gibt es derzeit lediglich 17 solcher Stationen, eine davon ist jetzt die bei Kassel. Ziel sei, so der Projektleiter, bald schon auf 200 Anlagen zu kommen.