Mehr Artenvielfalt für die Stadt Vellmar

Im Vellmarer Stadtgebiet zeigen sich erste Erfolge des Blühkonzepts

VON ALIA SHUHAIBER

Vellmar - Gut zwei Jahre sind vergangenen, seit auf dem Kreisel an der Hamburger Straße / Harleshäuser Straße in Vellmar eine Blühfläche angelegt wurde. Nachdem viele Autofahrer im vergangenen Jahr noch irritiert schauten, weil die Fläche alles andere als eine bunte und attraktive Blühfläche war, zeigt sich nun, dass die Aussaat erfolgreich war.

Bunte Blüten zieren den Kreisel an der Hamburger Straße / Harleshäuser Straße. Dort wurde bereits vor zwei Jahren ausgesät.
Bunte Blüten zieren den Kreisel an der Hamburger Straße / Harleshäuser Straße. Dort wurde bereits vor zwei Jahren ausgesät.
„Die Entwicklung einer solchen Fläche bis zur vollen Entfaltung als Lebensraum für Bienen und Insekten braucht Geduld, Pflege, Erfahrung und Zeit - und das Verständnis der Menschen dafür, dass es für viele anfangs etwas ungepflegt wirkt“, sagt Uwe Niede vom Fachbereich Stadtentwicklung und Umwelt bei der Stadt Vellmar.

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Um im Stadtgebiet für mehr Artenvielfalt zu sorgen werden laut Niede viele Rasenflächen seltener und später gemäht. Ein Beispiel dafür sei die Grünfläche an der Ahne im Stadtzentrum, ein Weiteres im Ahnepark, erklärt Niede. Die Wiesen bräuchten nun mal Zeit, bis die Blühpflanzen ihre Samen ausgeworfen haben, diese Zeit wolle man ihnen gewähren. „Erst dann sollte wieder gemäht werden.“ Um Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten zu erhalten und Kleinlebewesen nicht zu schädigen, werde bei der Mahd zudem auf eine moderate Schnitthöhe geachtet.

Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte sich der Ausschuss für Bau- und Umweltangelegenheiten in Vellmar in einer Sondersitzung mit dem Blühkonzept für das Stadtgebiet auseinandergesetzt. Dabei ging es zum einen um das, was die Stadt bereits tut, zum anderen darum, welche Möglichkeiten sie hat, um die Artenvielfalt zu bewahren. Dabei wurde rasch klar, dass sich das Vorhaben schwierig gestaltet. Denn in Vellmar gibt es nur noch wenige innerstädtische Flächen, die dafür infrage kommen.

Während der Ausschusssitzung stellte Niede unter anderem den Mähplan und das Pflegekonzept für die städtischen Flächen vor. Das hatte die Grünenfraktion seinerzeit in der Stadtverordnetensitzung eingefordert. Das Konzept war mit dem Ortslandwirt Bernd Kunze, dem städtischen Bauhof und dem Zweckverband Raum Kassel (ZRK) entwickelt worden. Dr. Claus Neubeck vom ZRK gab der Stadt unter anderem Tipps für die Pflege von Flächen, um die Artenvielfalt zu erhalten und zu fördern.

Aktuell entstehen weitere Blühflächen an der Krippe Obervellmar, der neuen Kita in der Aue sowie auf der Grünfläche an der Lüneburger Straße gegenüber des Bürgerhauses Vellmar-West. Auch dort wird laut Niede seltener gemäht, damit sich Kräuter, Gräser und Blumen entwickeln. Sie werden zwar weniger bunt als der Kreisel erscheinen, aber einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten.