Ein blühender Saum für den Steinleseplatz

Gemeinde Schauenburg / OT Breitenbach

Bei einem Ortstermin 21. August 2020 stellte Dr. Claus Neubeck, Landschaftsplaner beim Zweckverband Raum Kassel (ZRK) das Pilotprojekt vor.

Auf diesem Saum wird auf etwa 500 Quadratmetern erstmals in der Region die gezielte Neuanlage eines kommunalen Wegesaums erprobt, die Vegetationsentwicklung beobachtet und eine Pflege ohne Mulcher und mit Abräumen des Schnittgutes getestet. Das Projekt wird mit Mitteln der Biodiversitätsstrategie des Landes Hessen von 2019 – 2023 gefördert.

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Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Auf dem Foto die Teilnehmer vor Ort: Dr. Claus Neubeck (ZRK, Landschaftsplanung), Bürgermeister Michael Plätzer, Landschaftsgärtner Dirk Freudenstein, Ortslandwirt Heinrich Volkwein (Breitenbach), Melanie Will (Untere Naturschutzbehörde, Wolfhagen), Leonie Schweer (ZRK, Säume und Feldwege), Dierk Schwedes (Landkreis, FB Landwirtschaft/ Agrar- und Umweltprogramme), Carolin Bräser (Regierungspräsidium Kassel, Projektfinanzierung)

Bewilligt wurde das Projekt im September 2019, danach die Fläche vorbereitet und eingesät. Verwendet wurde eine Wildsaatgut-Mischung namens „Schmetterlings- und Wildbienensaum“, welche etwa 55 Arten Kräuter und Gräser enthält, vor allem mehrjährige Pflanzen. Der Anteil Kräuter soll dabei etwa 90 Prozent betragen.

Im Mai wurde dann ein sogenannter Schröpfschnitt auf acht bis 10 Zentimeter Höhe ausgeführt, dieser noch mit dem Mulchmä-her, damit etwas Verdunstungsschutz bleibt.

Die qualitative Entwicklung des Vegetationsbestandes konnte allerdings nur in Augenschein genommen werden, denn eine Auswertung der im Juni vorgenommenen botanischen Aufnahme (Monitoring) lag noch nicht vor. Künftig ist eine Mahd pro Jahr geplant, dann jedoch nicht mehr mit dem Mulcher. Dabei stellt man sich einen Teilschnitt im Herbst vor, um Kleintieren und Insekten noch Nahrung und Deckung auf der Fläche zu lassen. Der zweite Teil soll dann im Frühjahr geschnitten und abgeräumt werden.

Die Fläche wird noch bis 2023 gepflegt und beobachtet. Dabei laufen nach derzeitigem Erkenntnisstand Kosten in Höhe von etwa 6.500,00 Euro auf, ein Großteil davon vor allem für die Ingenieurleistungen des Monitoring. „Das ist für ein solch kleines Projekt verhältnismäßig teuer“, berichtete Dr. Neubeck. Aber es handele sich hier um ein Pilotprojekt für die Region, welches sehr genau untersucht und getestet werden soll. Der Saum soll zusammen mit einer angrenzenden Ausgleichsmaßnahme und dem dahinterliegenden Steinleseplatz ein Biotop mit verschiedenen Vegetationszonen für mehr und diverse Tiere bilden. Auch der Umgang mit unerwünschten Pflanzen könnte untersucht werden. Beispiel   hier ist die Ackerkratzdistel, die am Rand wild und üppig Samen bildet. Dr. Neubauer zeigte sich jedoch optimistisch, dass diese aufgrund der inzwischen geschlossenen Vegetationsdecke kaum Chancen zum Keimen hätte: „Das erste ist bei solchen Projekten immer das kritische Jahr, aber das sieht bisher alles gut aus.“

Bürgermeister Michael Plätzer dankte den Beteiligten für die Initiative und betonte, dass solche Projekte mit seinen zu erwartenden Erkenntnissen wichtig für den Fortbestand der Artenvielfalt und der Insekten in der Region seien und die wiederum unverzichtbar für die Landwirtschaft der Zukunft hier: „Darum müssen wir uns um eine stärkere Verzahnung der Natur und der Landwirtschaft bemühen.“

Dr. Claus Neubeck
Landschaftsplanung
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Leonie Schweer
Planung
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